Community Radio Berlin/Potsdam: Nachtradiofestival – Live Arts Week (29. Mai bis 1. Juni 2012)

Logo der Live Arts Week

Community-Radio Berlin/Potsdam präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Mailand und Xing in der Woche vom 29. Mai bis 1. Juni 2012 (1:00 – 6:00 Uhr) das Nachtradiofestival “Live Arts Week”. Eine neue Initiative, die aus den Erfahrungen des Netmage – International Live Media Festival und des F.I.S.Co. – Festival Internazionale sullo Spettacolo Contemporaneo enstanden ist.

Live Arts Week fördert das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen und Ausdrucksformen, sowie Momente des Zusammenseins zwischen Künstlern und Publikum in einem internationalen Ambiente. Im Mittelpunkt bei Live Arts Week steht neben dem universal ausgewählten Programm auch ein interdisziplinärer Blick auf zeitgenössischer Kultur mit der Idee, die Erfahrungen von Zeitlichkeit, Körperhaltung und Vorstellungskraft, basierend auf Klängen und Bildern, zu reflektieren.

Das Festival wurde von Xing konzipiert und realisiert, einem Netzwerk, das Events und Produktionen plant, organisiert und unterstützt mit einem besonderen Fokus auf generationsübergreifende Tendenzen in direktem Zusammenhang zu neuen Ausdrucksformen.

Live Arts Week wird realisiert mit der Unterstützung von dem Ministero per i Beni e le Attività Culturali, der Regione Emilia-Romagna, der Comune di Bologna, der Niederländischen Botschaft in Italien, dem Institute Français, dem Goethe-Institut Mailand, der Fondazione Nuovi Mecenati und der Fondazione del Monte di Bologna e Ravenna.

Partner der Veranstaltung sind AngelicA Festival Internazionale di Musica, Teatro Comunale di Bologna, Fondazione Carisbo, Fondazione Furla, MAMbo Museo d’Arte Moderna di Bologna, Spazio Carbonesi, Accademia di Belle Arti di Bologna und Università degli Studi di Bologna.

Vier Punkte für ein Berlin-Potsdamer Community Radio

Da wir mit den jüngsten Entscheidungen des Medienrats der mabb zur 88vier vom 19. April 2012  nicht einverstanden sein können, haben Colaboradio, Frrapo, Pi Radio und Studio Ansage eine zweiseitige Erklärung für den Medienrat verfasst, diese Entscheidungen zu überdenken und spätestens auf der anstehenden Medienratssitzung am 15. Mai 2012 zu ändern. Im Folgenden die Erklärung, die Pressemitteilung und als Quelle eine von uns im Vorfeld der Ausschreibung angefertigte quantitative Analyse der 88vier.

Vier Punkte für ein Berlin-Potsdamer Community Radio: Zur Korrektur der Medienratsentscheidung der mabb vom 19. April 2012

Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Limbach, sehr geehrter Medienrat der mabb,

vielen Dank für Ihr Entgegenkommen in Bezug auf einen Community-Radio-Bereich auf 88vier. Allerdings möchten wir grundsätzliche Kritik an Ihren weiteren Entscheidungen zur dritten 88vier-Ausschreibung vom 19. April 2012 äußern, und bitten Sie, diese in einigen wichtigen Punkten zu ändern.

1. Community Radio auf Kosten Potsdams?

Wir freuen uns über Ihre Entscheidung, die drei von Ihnen lizenzierten Community-Radio-Vertreter Colaboradio, Pi Radio und Studio Ansage mit einem zusätzlichen Sendeabend auf 88vier zu bedenken. Wir können allerdings in keiner Weise akzeptieren, dass dies nur zustande kommt, weil dem Freien Radio Potsdam (Frrapo) die Lizenz entzogen wurde.

Der Community-Radio-Bereich, dem Sie zustimmten, wurde von Colaboradio, Pi Radio, Studio Ansage und Frrapo für insgesamt 120 Redaktionen und mehr als 300 Sendemacher beantragt. Ein Lizenzentzug Frrapos ändert nichts an der Anzahl der Berlin-Potsdamer Sendemacher des Community-Radio-Bereiches. Obwohl Sie bis heute immer wieder positive Signale Richtung Community Radio gesendet haben, würde Ihre Entscheidung für uns nun bedeuten, dass wir 60 Sendemacher hinauswerfen müssten. Insofern haben nicht drei Lizenznehmer einen Sendeabend hinzugewonnen, sondern mit der Verschiebung unseres Sendebeginns von 19 Uhr auf 20 Uhr haben 300 Sendemacher insgesamt vier wichtige Wochenstunden verloren. Ein solches Ergebnis können Sie nicht beabsichtigt haben.

2. Redaktionelle Arbeit ab 20 Uhr?

Die Verschiebung unseres Sendebeginns von aktuell Montag bis Donnerstag 19 Uhr auf zukünftig 20 Uhr hätte zur Folge, dass sämtliche unserer tagesaktuellen, teils überregional ausgestrahlten Magazine nicht mehr senden können. Redaktionelle Arbeit auf dem gegenwärtigen Niveau wäre dann nicht mehr möglich. Da es schon um 19 Uhr schwierig genug ist, Gäste, Interviewpartner und Live-Musiker ins Studio zu bewegen, hatten wir als Sendebeginn spätestens 18 Uhr beantragt. Darüber hinaus vertreten wir nachweislich die meisten wortlastigen Redaktionen auf 88vier. Es kann nicht in Ihrem Sinne sein, dass die wortlastigen Magazine nun noch mehr in die Nacht verdrängt werden.

3. Gerechte Verteilung der Sendezeiten?

Wir fordern eine gerechte Verteilung der 88vier-Sendezeiten im Sinne aller Sendenden auf 88vier. Dabei sollte unseres Erachtens der Ansatz auf der Anzahl der Redaktionen der einzelnen 88vier-Partner basieren; aus diesem Grund legten wir Ihnen als Bestandteil unserer Anträge eine umfangreiche und nachprüfbare quantitative Analyse der 88vier vor.

Mit Ihrer aktuellen Entscheidung würde beispielsweise der Offene Kanal für 76 Redaktionen 56 Wochenstunden erhalten, der Community-Radio-Bereich hingegen erhielte für 120 Redaktionen nur 40 Wochenstunden, von denen 24 Stunden nach 0 Uhr liegen. Wie kann hier noch von Vielfaltskriterien geredet werden?

4. Bestrafung Frrapos?

Das Freie Radio Potsdam hat einen Kaltstart hingelegt und in nur einem Jahr Beachtliches aufgebaut. Wir finden, dass Frrapo mindestens soviel Nachsicht verdient, wie Sie Multicult.FM im ersten Jahr gewährten.

Die Gründe für mögliche „Verstöße“ Potsdams gegen die 88vier-Richtlinien liegen offenbar allein in mangelnden technischen Ressourcen. Der zukünftige Community-Radio-Bereich würde dazu beitragen, die Sendequalität der Potsdamer entscheidend zu optimieren. Insofern können wir den Entschluss, mehr als 60 Potsdamer Sendemacher im Nachhinein zu bestrafen, nicht nachvollziehen.

Den einzigen nichtkommerziellen Lokalradiovertreter Brandenburgs nach einem Jahr Aufbauarbeit wieder abzuschalten, halten wir für das denkbar schlechteste Signal, das eine Medienanstalt Berlin-Brandenburg senden kann.

Fazit

Sollte der aktuelle 88vier-Beschluss in diesen entscheidenden Punkten nicht korrigiert werden, würde die Medienanstalt BB mit der Beschneidung unserer Sendezeiten und dem Lizenzentzug Frrapos selbst den Nachweis dafür liefern, dass Freies Radio eine eigene Frequenz benötigt und nicht gemeinsam mit dem Offenen Kanal auf ein und der selben Frequenz existieren kann. Wir haben uns diesbezüglich bis heute stets kooperativ gezeigt.

Wir bitten Sie,

a) die Sendelizenz des Potsdamer 88vier-Partners Frrapo zu verlängern und
b) entsprechend unseres bereits eingereichten Kompromissvorschlages

einen Community-Radio-Bereich von Montag bis Freitag ab 18:00 Uhr einzurichten.

Berlin/Potsdam, den 27. April 2012

300 Sendemacher der 120 Redaktionen von Colaboradio, Frrapo, Pi Radio und Studio Ansage:

Abendlandung, Ahnes Liedermacher, AKF, alternativlos, apo33, BBB, Beatnik: AGGH, Beatnik: KEER, Begilufin: Berlin, Begilufin: Tel Aviv, beton7, Blaue Stunde, Boing Zack, Boulevard Radio, Boulevard Spezial, BR: Hauptstadtteam, BR: Pool, BR: Smük TV, Brainwashed, Brot&Spiele, cushman, Dans Kantine, Digital in Berlin, Dipolantenne, Dr. McCoy, Drumrumgelabert, 1missionpossible?, Feature, Fleisch&Pommes, Freifunk, Frequenzkonsum, Funk up, Funkfabrik B, Funkhaus Cordoba, Funkhaus P-Berg, fuori orario, Garage, Garagepunx I, Garagepunx II, Hyperbandrauschen, Irie Vibez, Jobst, Kinofunk, Kate & Davidly, Kosmosklub, Kulturmontage, Lauschgift, Lauschrausch, Le Laboratoire, Lieblingslied, ligna, Literarisches, Literaturfenster, Livereportage, longplay, Madstop Musika, Mampas, Matraconda, MegaSpree, mikro.fm, Mixtapes, Mobile Welten, Mondkalb, Montagsgeflüster, Musikzelt/Stroko, NAMO Radio, niki matita, Nordpolzigeuner, nucleareventscale7, OBB, Obskura: Corax Berlin, Obskura: Corax Halle, Obskura: FSK Hamburg, Obskura: Pi Radio Berlin, on Tour, ORWOhaus, Phil Flash Sasse, Pipeline, Polanskifunk, Pura Vida Sounds, pure presence, radi0.tv, Radio Aktiv, Radio Analog, radio aporee, Radio cona, Radio Fhain BR1, Radio Fhain BR2, Radio Fhain BR3, Radio Fhain BR4, Radio Free Bakersfield, Radio Hochsee, Radio in Lingua, Radio Sterni, radio web macba, radio worm, Radiokombinat, Rare Frequency, Raumzeit, Salatschatten, Salon Bruit, Sand FM, Schapur, Schlag8, Silberfunk, sounds like venicecushman, Sprechmaschine, StattBild, Stattradio, Störfaktor, Studio Ansage spezial, Subcult: Timbob, Subcult: Xenia, Talkradio, Technik schlägt zurück, The Brain, This is Radioclash, Tilos Tafelrunde, Tresenfachkraft

Material:

MABB: Ergebnisse Ausschreibung 88vier (2012)

Heute wurden uns die Ergebnisse der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) zur aktuellen Ausschreibung 88vier mitgeteilt. Die erste Nachricht: Potsdam ist ab 21. Mai 2012 raus. Eine klare Ansage des Medienrates.

Der Medienrat hat sich auf seiner gestrigen Sitzung am 19. April 2012 nicht davor gescheut, das Freie Radio Potsdam nach einem Probejahr wieder aus dem Berlin-Brandenburger UKW-Senderaum zu verbannen. Frrapo, dass im Mai 2011 einen Kaltstart hingelegt hat und mittlerweile über mehr als 25 Redaktionen verfügt, wird ab 21. Mai 2012 nicht mehr lizensiert. Damit sind die einzigen nichtkommerziellen Vertreter Brandenburgs als erste 88vier-Gruppe überhaupt von der Medienanstalt rausgeworfen worden.

Noch eine wichtige Änderung: die neuen Sendezeiten wurden nicht wie bisher für ein Jahr vergeben, sondern nun für zwei Jahre.

  • Weiterhin wurde auch die Sendezeit der restlichen Freien Gruppen (Pi Radio, Colaboradio und Studio Ansage) beschnitten: sie dürfen jetzt eine Stunde später beginnen (20 Uhr). Beantragt hatten sie, um 17 oder 18 Uhr starten zu können. Immerhin: sie dürfen sich nun auch offiziell als Community Radio bezeichnen – die drei Gruppen bilden nun einen intern verwalteten Bereich.
  • Ohrfunk ist draußen (oder beim ALEX?), Byte.FM Berlin dafür neu drin.
  • Reboot.FM hat eine Stunde weniger bekommen und wurde mehr in den Abend geschoben.
  • Twen.FM wurden die 6 Stunden vor Null Uhr abgezogen.
  • Multicult wurden die 5 Stunden nach ihrem Morgenmagazin abgezogen (9-10 Uhr).
  • Der Offene Kanal ALEX soll ab Mai 2012 nun 56 Stunden erhalten, aktuell sind es 45 Stunden.

Fazit: Die Hörer des Offenen Kanals können sich als einzige wirklich freuen über die Entscheidung des Medienrats der mabb.

Die Sendezeiten im Überblick:

06:00 – 9:00 Uhr

  • Multicult.FM: 21h

9:00 – 20:00 Uhr

  • Infothek (Mo-Fr 9-10 Uhr): 5h
  • ByteFM Berlin (Mo-Fr 10-12 Uhr): 10h
  • Multicult.FM (Sa+So 9-12 Uhr): 6h
  • Alex – Offener Kanal Berlin: 56h

20:00 – 6:00 Uhr

  • Studio Ansage, Colaboradio, Pi Radio (Mo-Do 20-06 Uhr): 40h
  • Reboot.FM (Fr-So 20-24 Uhr): 12h
  • Twen.FM (Sa-Mo 0-6 Uhr): 18h

Sendezeiten 88vier 2012 bis 2014 (PDF)